“Mode sollte niemals nur schön sein”

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Von Jana Ahrens
Modedesign-Studenten sollen sich von der eigenen Vergangenheit und dem eigenen Charakter inspirieren lassen. Schwierig, findet Friederike Haller und erschuf daher die Kollektion "Depersonalisation".

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Im Modedesign-Studium werden Designer immer wieder daran erinnert, Inspiration aus ihrer eigenen Identität zu ziehen, die eigene Vergangenheit zu analysieren um wirklich zu verstehen, wo die persönlichen Ursprünge liegen. Das setzt voraus, dass sich daraus eine stringente Geschichte in die Zukunft entwicklen lässt und das ist schwierig.

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Diesen Widerspruch hat die Designerin Friederike Haller in ihrer Abschlussarbeit zum Thema gemacht und damit geschickt die Narrative auf den Kopf gestellt. Ihre Inspiration ist die Depersonalisation, das Gefühl, den Körper als fremd oder fern zu erleben, Erinnerungen verblassen zu spüren. Dabei sind sich Betroffene bewusst, dass der Eindruck der Depersonalisation eine Illusion ist.

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Friederike transferiert diese Illusion direkt in ihre Entwürfe. Die Kleidungsstücke sind gezielt deformiert und reduziert, lassen dabei aber immer den Körper zu Wort kommen. Es entsteht das Gefühl von ständiger Veränderung, einer Brüchigkeit, die eine ganz eigene Poesie hat. Dazu gehört auch, dass bei vielen Stücken die Form erst im getragenen Zustand wirklich erkennbar wird.

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Friederike findet, dass Mode niemals nur schön sein sollte. Sie sollte aussagekräftig sein und die Möglichkeit bieten Individualität zu formen. Mode ist Kommunikation und darin möchte die junge Designerin Wandelbarkeit und Vielschichtigkeit erhalten. Wichtige Erfahrungen auf dem Weg dahin waren Projekte, Jobs und Praktika, aber auch das Studium an der UdK, dass Friederike bereits mit 18 Jahren begonnen hat.

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Sich auszuprobieren, facettenreiche Erfahrungen zu machen und diese mit den Werkzeugen der Schnittkonstruktion, Materialauswahl und Formfindung in Kleidung zu übersetzten, dass ist es, was sie aus dieser Zeit mitgenommen hat und in Zukunft in die Modewelt einbringen wird.

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Photo // Tino Crisó
Model // Annabell VIA Model Management
H&M // Mirjam Martino

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